Haut- und Fellprobleme: Allergie oder Unverträglichkeit?
"Mein Hund oder meine Katze hat Juckreiz"
Am häufigsten sind Parasiten die Übeltäter, vor allem Flöhe. Selbst wenn Sie kaum Flöhe sehen, kann eine Flohallergie monatelang heftigen Juckreiz verursachen. Auch Milben wie Ohrmilben, Grabmilben, Demodex oder Cheyletiella (Raubmilben), Läuse und Sandflöhe kommen regelmäßig vor.
Danach folgen Allergien: eine Allergie gegen Flohspeichel, eine Futtermittelallergie oder Futtermittelunverträglichkeit (oft Juckreiz an Pfoten, Ohren, Leisten und rund um den Anus) oder Atopie, eine Allergie gegen Dinge in der Umgebung wie Hausstaubmilben, Pollen, Gräser oder Schimmelpilze. Kontaktallergie gegen beispielsweise ein neues Körbchen, Shampoo oder Bodenreiniger ist seltener, kommt aber auch vor.
Hautinfektionen sind ein häufiger nächster Schritt: bakterielle Infektionen oder eine Hefepilzinfektion (Malassezia), die einen typischen muffigen oder „Elefantenhaut“-Geruch verursachen, besonders zwischen den Zehen, in den Leisten und Ohren. Manchmal spielt trockene Haut durch zu wenig essentielle Fettsäuren, zu häufiges Waschen oder zu trockene Luft im Haus eine Rolle.
Bei älteren Tieren können hormonelle Probleme wie eine Schilddrüsenunterfunktion, die Cushing-Krankheit oder ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone Juckreiz verursachen. Stress, Langeweile oder Angst führen manchmal zu übermäßigem Lecken oder Beißen, besonders bei Katzen.
In seltenen Fällen handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, Pilzinfektionen wie Ringelflechte oder sogar Schmerzen an einer anderen Stelle im Körper, die das Tier dazu veranlassen, an einer bestimmten Stelle zu lecken oder zu beißen.
Nahrungsmittelüberempfindlichkeit: Allergie oder Unverträglichkeit?
Bei einer Futtermittelunverträglichkeit kann der Körper einen Stoff nicht richtig verdauen, beispielsweise durch einen Enzymmangel. Dies führt zu Auslösern wie Laktose (Milchzucker), was Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen verursacht. Es ist vergleichbar mit Laktoseintoleranz beim Menschen, bei der Laktase fehlt.
Eine Futtermittelallergie entsteht, wenn das Immunsystem übermäßig auf Proteine (Allergene) reagiert. Der Körper sieht diese als Bedrohung an und setzt eine Abwehrreaktion in Gang, bei der Histamin freigesetzt wird. Dies verursacht Juckreiz, Rötungen und Entzündungen. Häufige Allergene sind Huhn, Rindfleisch, Weizen, Eier, Molkereiprodukte, Soja, aber auch Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Achtung: Eine Allergie sagt nichts über die Futterqualität aus; das Tier ist schlichtweg überempfindlich gegen ein spezifisches Protein. Histamin spielt hier eine große Rolle und kann sich wie ein „überlaufender Eimer“ ansammeln, was zu chronischen Beschwerden führt. Fleischsorten mit hohen Histamingehalten sind Schwein, Lamm, Wild (Hirsch, Taube) und Fisch (Makrele, Hering, Lachs, Sardinen). Rind, Huhn, Pute und Pferd enthalten wenig Histamin und verursachen weniger Probleme.
Prävalenz von Allergien bei Hunden und Katzen: Allergien kommen bei einem erheblichen Teil der Haustiere vor, auch wenn genaue Zahlen aufgrund variierender Diagnostik Schätzungen sind. Schätzungsweise zeigen 20–25 % der Hunde allergische Symptome, wovon ca. 2 % eine diagnostizierte Futtermittelallergie haben (über Ausschlussdiät). Von diesen Futtermittelallergien stammen 80–90 % von tierischen Proteinen und weniger als 5 % von pflanzlichen Proteinen wie Gliadinen in Gluten (z. B. Weizen, Dinkel). Umgebungsallergene verursachen sage und schreibe 80–90 % aller Allergien, daher ist eine Futterumstellung nicht immer notwendig.
Gesamtallergien: 100%
├── Umwelt (Pollen, Milben, Flöhe): 85–90%
└── Nahrung: 5–10%
├── Fleisch/Ei/Milchprodukte: 80–90% → ~4–9% von Gesamt
├── Getreide: <5% → <0,5% von Gesamt
└── Sonstiges (Additive, etc.): Rest
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Allergie
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Hunde
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Katzen
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|---|---|---|
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Flohallergie
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5–10%
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5–12%
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Futtermittelallergie
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1–2%
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0,5–1%
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Atopische Dermatitis
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10–15%
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10–15%
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Kontaktallergie
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<1%
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<1%
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Wichtig:
- 80–90 % des gesamten Juckreizes bei Hund/Katze ist eine Allergie.
- Flohallergie = sehr häufig, besonders bei Katzen.
- Futtermittelallergie = selten, aber oft falsch diagnostiziert.
Andere Ursachen für Juckreiz und Hautprobleme: Juckreiz hat oft mehrere Ursachen, physiologisch oder psychologisch:
- Physiologisch: Dermatitis, Parasiten (Flöhe, Zecken, Milben), Wunden, Allergien, Analdrüsenprobleme (Verstopfung führt zum „Schlittenfahren“), Seborrhö (gestörte Talgproduktion, erblich oder durch Infektionen/Allergien).
- Psychologisch: Stress, Angst, Langeweile oder Zwangsstörungs-ähnliches Verhalten (übermäßiges Lecken zur Selbstberuhigung).
Häufigste Futtermittelallergien bei Hunden
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Rang
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Allergen
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Prozentsatz (durchschnittlich)
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Anmerkungen
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|---|---|---|---|
|
1
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Rindfleisch
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30–35%
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Bei weitem am häufigsten
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|
2
|
Milchprodukte
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15–20%
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Milch, Käse, Joghurt
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3
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Huhn
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12–15%
|
Inklusive Hühnerfleisch und -fett
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4
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Soja
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8–12%
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Höher als Lamm
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|
5
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Weizen
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8–10%
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Glutenintoleranz oft verwechselt
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6
|
Lamm
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4–7%
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Niedriger als Soja
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7
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Mais
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3–5%
|
Weniger häufig
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8
|
Fisch / Ei
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< 3%
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Selten primäres Allergen
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Häufigste Futtermittelallergien bei Katzen
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Rang
|
Allergen
|
Anmerkungen
|
|---|---|---|
|
1
|
Rindfleisch
|
Am häufigsten
|
|
2
|
Fisch
|
Viel in Thunfisch- oder Lachsfutter
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|
3
|
Huhn
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Oft in Trockenfutter
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|
4
|
Milchprodukte
|
Weniger üblich
|
|
5
|
Soja
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Weniger häufig als bei Hunden
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Diagnose
Die Diagnose ist komplex, da sich Juckreiz mit Flöhen, Milben, Analdrüsenentzündung, Ohrenentzündung oder mehreren Erkrankungen gleichzeitig überschneidet. Schließen Sie zuerst Parasiten aus, dann Futtermittelallergien über eine strenge Ausschlussdiät (9 Wochen neues Protein/Kohlenhydrat, keine Leckerlis). Besserung? Bleiben Sie bei diesem Futter. Keine Besserung? Untersuchen Sie Atopie über einen Blut- oder Hauttest (nicht 100% zuverlässig).Einige Tipps, die Sie bei Hund und Katze auch unter 'Diät' finden können, sind:
Bei Nahrungsmittelüberempfindlichkeit/Allergie:
- Hypoallergene, gluten-/getreidefreie Optionen: BF® Adult Pute (getreidefrei), BF® Gepresst Lamm (glutenfrei), BF® Gepresst Lachs (getreidefrei), BF® Lamm&Reis (glutenfrei), BF® Sensitive Mini (getreidefrei), BIOFOOD Nassfutter (ein Protein, getreidefrei: Huhn, Rind, Pute), BF® Sensitive für Katzen.
- Ergänzen mit BF® Schottischem Lachsöl für Hund und Katze, BF® Flüssigem Schafsfett oder BF® Schafsfett Lachsbonbons beide für den Hund. Proteinfrei oder proteinarm.
Bei Flöhen/Zecken/Milben:
- BF® Knoblauch-Tabletten (verschiedene Varianten) für Hund und Katze, BF® 3-in-1 Kekse Knoblauch & Kräuter oder BF® Knoblauch-Bonbons (maxi/mini) für den Hund oder die BF® Naturkräutermischung mit u. a. Knoblauch. Aufgrund der strengen europäischen Claims-Verordnung dürfen wir nur sehr begrenzt Informationen über die Wirkung von Produkten mit Kräutern einschließlich Knoblauch geben.
Bei Stress/Langeweile:
- BF® Relax-Tabletten (Baldrian) für Hund und Katze, BF® 3in1 Relax-Kekse für den Hund oder BF® Probiotika-Produkte für Hund und Katze.
Bei Analdrüsen:
- Ballaststoffreich: BF® Weight Control (sehr ballaststoffreich), BIOFOOD Bio Chicken All Life Stages (hoher Ballaststoffgehalt). BF® Probiotika-Tabletten für Hund und Katze, BF® 3in1 Kekse Gras & Stuhlgang für festen Stuhl (nicht zu viel geben) für den Hund. BF® Control Urinary für die Katze.
Bei Atopie/Seborrhö:
- BF® Schottisches Lachsöl (hoher Omega-3-Gehalt) für Hund und Katze, spezielle Shampoos. Kombination wirkt oft am besten.
Allgemeine Haut-/Fellunterstützung:
- BF® Schottisches Lachsöl für Hund und Katze, BF® Flüssiges Schafsfett, BF® Schafsfett-Bonbons für den Hund oder BF® Naturkräutermischung für Hund und Katze für Verdauung, Stoffwechsel, Gelenke, Stress, Haut/Fell. Vermeiden Sie übermäßiges Bürsten/Baden; sorgen Sie für feuchte Luft.
Missverständnisse und Tipps
Fett und/oder Öl, das BF® verwendet, sowohl flüssig als auch in unserer Nahrung, verursacht keine Allergien, da diese proteinfrei sind. Autoimmunerkrankungen (z. B. Pemphigus) sind selten und erfordern Immunsuppressiva, worüber Ihr Tierarzt mehr weiß. Bürsten Sie regelmäßig tote Haare aus, gewöhnen Sie Welpen früh daran. Mit Geduld, strenger Diät und gezielter Unterstützung leben die meisten Tiere beschwerdefrei. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt bei anhaltenden Beschwerden.In unserem Shop können Sie unter 'Diät' sehen, welche Nahrung und/oder andere Produkte wir für Ihren Hund und/oder Ihre Katze empfehlen.